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Evangelische Kirche
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Kirchennachrichten Juli 2001

Frauenkreisausflug
Gefrierhaus

Kirchentag in Frankfurt

Frankfurt lud im Juni zum 23. Evang. Kirchentag ein. In den vier Tagen trafen sich tausende von evangelischen Christen in der Main-Metropole. Schon vor Jahresfrist wurden die Kirchengemeinden in unserer Region angesprochen, sich am Eröffnungsabend zu beteiligen. Besondere Probleme bereitete den Verantwortlichen an diesem ,,Abend der Begegnung", die vielen Angereisten nach den Gottesdiensten zu verköstigen. Deshalb haben sich auch unsere Gemeinden Lindheim, Enzheim, Rodenbach und Heegheim bereiterklärt, einen Stand in der Innenstadt aufzustellen und an ihm Wurstbrote und Getränke zu verkaufen. So fuhr eine kleine Gruppe bereits in den Mittagsstunden des13. Juni nach nach Frankfurt zum Rossmarkt. Dort herrschte aber zunächst das Chaos. Viele Kirchengemeinden trafen zur selben Zeit ein und wollten alle ihre Stände aufbauen Die vielen Transporter blockierten sich gegenseitig, und es brauchte viel Geduld, bis unser Wagen mit den Helfern seinen richtigen Platz neben der Rolltreppe zur U-Bahn erreicht hatte. Das Aufbauen des Verkaufsstandes ging sehr rasch, und es fand sich Zeit zu einer Kaffeepause. Auch erkundeten noch alle die nahere Umgebung, bevor die eigentliche Arbeit begann: Hunderte von Brötchen wurden aufschnitten und mit Wurstscheiben belegt. Als um 6 Uhr abends die Glocken zum Gottesdienst läuteten, war alles bereit. Der große Ansturm auf unsere Wurstbrötchen blieb aber aus. Dennoch waren die Helfer alle damit beschäftigt, den vielen Hungrigen etwas zu verkaufen. Auf diese Weise jedoch hatten die Helfer auch Zeit und die Möglichkeit, sich in der Innenstadt umzusehen. Vom Rossmarkt bis zum Römerberg drängten sich die Menschen. Auf den Bürgersteigen hatten Kirchengemeinden aus ganz Hessen Stände aufgebaut, in denen sie Schwerpunkte ihrer Arbeit darstellten. Von diakonischen Aktionen bis zu Theatergruppen, von Jugendbands bis zu klassischen Posaunenchören - alles war vertreten.

Diese Stände zogen sich bis hinunter zum Mainufer; auch jenseits des Mains, am Museumsufer und in der Friedensstraße bis wieder hin zum Rossmarkt reihte sich Stand an Stand. Für den Betrachter wurde die Vielfalt der Arbeit in den Kirchengemeinden deutlich. Mit dem Geläut aller Frankfurter Kirchen und einem Segen an den vielen Podien endete der Abend. Unsere kleine Gruppe hatte schnell ihre Siebensachen zusammengepackt. Bevor die großen Transporter uns wieder den Weg versperren konnten, hatten wir den Rossmarkt verlassen und führen wieder zurück. Wenn auch ein größerer Erlös erwartet wurde, allen Beteiligten hat es großen Spaß gemacht. In den nächsten drei Tagen war das Stadtbild von Frankfurt von den Besuchern des Kirchentags geprägt In zahlreichen Veranstaltungen wurde über Probleme unserer Zeit ernsthaft gesprochen und diskutiert, auch wie der Weg der Kirche m unserer Gesellschaft weitergehen soll. In vielen Kirchen der Stadt wurden täglich Andachten gehalten und zur Bibelarbeit eingeladen. Besonders auf dem Markt der Möglichkeiten auf dem Messegelände trafen sich die vielen unterschiedlichsten Interessengruppen und stellten sich gegenseitig ihre Arbeit vor. Im Schlussgottesdienst am Sonntag im Frankfurter Waldstadion wurde das neue Jerusalem zum Thema der Besinnungen gewählt. Das neue Jerusalem ist Sinnbild einer Zeit und Gesellschaft, in der Leid und Gewalt ein Ende gefunden haben und Gott mit Schöpfung und Menschen versöhnt in einer friedvollen Gemeinschaft lebt. In zwei Jahren lädt Berlin zum ersten oekumenischen Kirchentag ein. Katholiken und Protestanten werden sich treffen und versuchen gemeinsam Antworten zu den Fragen unserer Zeit und Gesellschaft zu finden.


Frauenkreisausflug

Früh um 7 Uhr fuhren die 25 Ausflügler los. Aber die Reise geriet bald ins Stocken. Stau bei Hanau, Stau auf der Bundesstraße nach Langen. Um 8.30 Uhr hielten wir an der Raststätte in Lorsch. Kein Wunder also, dass wir erst um 10.30 Uhr unser erstes Ziel Ettlingen erreichten. War es bis Ettlingen noch sehr heiß, so zogen vom Elsass her schwarze Wolken auf und ein kalter Wind. Der Stadtbummel durch das kleine Städtchen war recht angenehm. Nach einer Stunde Aufenthalt versammelten sich wieder alle am Bus, und wir fuhren durch das Albtal in den Schwarzwald hinein.

 

In Marxzell bogen wir in das Holzbachtal ein, fuhren an den uralten Schienenfahrzeugen der Albtalbahn vorbei und erreichten in 620 m Höhe den Luftkurort Neusatz. Von dort fuhren wir über die Höhe nach Dobel und hinunter zur Eyachmühle. Uns wurde schnell das Essen serviert, was ausgezeichnet schmeckte. Nach einer Stunde führ uns der Bus über Dobel hinunter nach Bad Herrenalb. Hier war lange Zeit durch den Kurpark zu schlendern. Das Wetter drohte umzuschlagen. Es bewölkte sich, es wurde kalt, und viele zogen über die leichte Sommerkleidung warme Jacken. Über die Höhen führ uns der Bus in das Enztal, von dort in das Nagoldtal, und von Calw aus führen wir nach Weil der Stadt, wo ein Stadtbummel mit Eis essen oder Kaffeetrinken vorgesehen war.

 

Über Leonberg führen wir zur Autobahn, fuhren an Stuttgart vorbei, an Hohen Asperg, an Weinsberg, überquerten die Kocher und Jagst, bis wir Osterburken erreichten. Wir querten den Odenwald und erreichten kurz vor Amorbach den kleinen Ort Rippberg, wo wir in dem Gasthaus ,,zu den drei Meerjungfrauen" unser Abendessen bekamen. Die Nachhausefahrt ging rasch: Den Main entlang bis Aschaffenburg, vorbei an Alzenau und Hanau erreichten wir Lindheim gegen 22.00 Uhr. Trotz der langen gefahrenen Kilometern, knapp 600, war es ein schöner, ausgeglichener Tag ,der allen gefallen hat.

 

Kühlhaus in Lindheim

Wer kennt es noch, das Kühlhaus an der Alten Burg in Lindheim? Für einige Jahrzehnte hat es das Ortsbild geprägt. Und es war damals ein absoluter Fortschritt, als die Lindheimer ihr Obst, Gemüse und ihr frisch geschlachtetes Fleisch einfrieren konnten. Es bildete sich eine Kühlhaus-Gemeinschaft, und jedes Mitglied erhielt ein Gefrierfach, in dem es seine Lebensmittel lagern konnte. Denn noch gab es für Haushalte keine Gefriertruhen, das Angebot für Tiefkühlkost entwickelte sich erst.

Die Unkosten für das Kühlhaus trugen alle gemeinsam. Gegen Ende der siebziger Jahre, als grundsätzliche Reparaturen notwendig wurden, löste sich die Gemeinschaft auf Inzwischen hatten die meisten Haushalte ihre Tiefkühltruhen. Das Kühlhaus blieb leer stehen, bis es in den achtziger Jahren im Zuge der Dorferneuerung abgerissen wurde.
Ein Stück technischer Fortschritt hatte sich selbst überholt. Heute trauert dem Kühlhaus keiner mehr nach, aber es war für ein gutes Jahrzehnt aus dem Lindheimer Dorfleben nicht wegzudenken.
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